Die Langzeitwirkungen von Yoga
Vielleicht hast du mitbekommen, dass ich jede Woche eine Affirmation teile? Was es damit auf sich hat, kannst du in HIER Blog-Beitrag nachlesen.
Diese Affirmationen beschreiben teilweise richtig treffend, was sich verändert, wenn man regelmäßig über einen längeren Zeitraum Yoga praktiziert. Deswegen möchte ich dir in diesem Beitrag darüber erzählen, was sich in den letzten Jahren da so bei mir getan hat.
Ich habe früher immer wieder mal Yoga ausgeübt, aber nie wirklich regelmäßig. Es hat mir Spaß gemacht – eh klar, ist ja eine Bewegungsart, wofür ich immer zu haben bin. Aber die Benefits des regelmäßigen Praktizierens konnte ich so noch nicht wahrnehmen.
Auf meiner Reise nach Thailand im Jahr 2017 habe ich dann auf Koh Samui eine Vielzahl an Yogastunden gebucht und habe entdeckt, dass es das Konzept von Yoga Teacher Trainings gibt, auf denen man während eines Aufenthaltes von ab 3,5 Woche (oder auch länger) eine Ausbildung mit dem Umfang von 200 Stunden (danach 300, oder gleich 500 am Stück) absolvieren kann. Da ich angestrebt habe, mich als Trainerin selbstständig zu machen, war das zeitlich und auch von Konzept her für mich absolut optimal. Im Mai 2018 habe ich dann tatsächlich mein eigenes Yoga Teacher Training in Indien (Goa) absolviert. Nichtsdestotrotz war ich mir währenddessen nicht sicher, ob ich wirklich unterrichten werde. HIER kannst du mehr über diese Ausbildung lesen.
Natürlich habe ich dann begonnen zu unterrichten, und mich somit viel mit dem Yoga besfasst. Obwohl ich hauptsächlich unterrichte, habe ich im Laufe der Jahre bemerkenswerte Veränderungen wahrgenommen.
Als sportliche und bewegliche Person hat mein damals noch viel größeres EGO direkt beim YTT den ersten Dämpfer abbekommen, als ich bei einer Position, die mir auf dem ersten Standbein so leichtgefallen hat, auf dem anderen Bein absolut nicht geschafft habe. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr mich das gewurmt hat. Heute weiß ich, dass es schlicht und ergreifend an der Form meines Hüftgelenkes liegt. …und selbst wenn das nicht der Grund wäre, ich könnte es prinzipiell auch einfach so gelassen nehmen und akzeptieren. Mein Ego, oder das was noch davon übrig ist, schrumpft übrigens immer weiter und weiter : )
Neben dem Ego ist Akzeptanz ein weiteres Schlüsselwort.
Meine Akzeptanz ist nämlich so unglaublich viel größer geworden. Ich habe beim Yoga gelernt, meine eigenen Grenzen zu akzeptieren, und auch dass die Tagesverfassung unglaublich ausschlaggebend ist. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, diese Akzeptanz auch für die TeilnehmerInnen meiner Kurse zu haben.
Früher habe ich schnell und manchmal auch sehr hart geurteilt. Mittlerweile ist mir so stark bewusst, dass jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht hat, und wir können einfach nicht wissen, was da im Päckchen drin ist, das unser Gegenüber zu tragen hat. Und selbst wenn wir das gleiche erlebt haben, hat jeder einen anderen Umgang mit oftmals schweren Erfahrungen. Diese Tatsache muss uns also auch davor wahren, in einer solchen Situation Vergleiche anzustellen.
Nicht nur der Umgang mit meinem Mitmenschen, sondern auch mein Umgang mit mir selbst…
hat sich verändert. Ich bin geduldiger und freundlicher mit mir selbst geworden, negative Selbstgespräche führe ich kaum noch. Wenn man bedenkt, dass wir Menschen meistens verständnisvoller mit anderen, als mit ums selbst umgehen, finde ich das wirklich großartig. Hier muss ich immer an die Lyrics von F**kin‘ Perfect von P!nk denken:
‘You’re so mean (you’re so mean)When you talk (when you talk)About yourself, you were wrongChange the voices (change the voices)In your head (in your head)Make them like you instead’
Ich hatte in einem Urlaub auf Lanzarote einen Schlüsselmoment, als ich mir auf eigene Faust ein Surfbrett geliehen habe und damit zum Strand marschiert bin. Das Surfen hat gar nicht geklappt, die Wellen waren richtig schlecht. Erst am Rückweg habe ich dann bemerkt, dass ich nicht weit genug in die Bucht gegangen bin und die Wellen deswegen so schlecht gewesen sind. Zurück gehen wollte ich dann nicht mehr, aber innerlich mit mir geschimpft habe ich auch nicht. Früher hätten meine Gedanken sowas wie „Jetzt hab‘ ich komplett unnötig ein Brett ausgeborgt und muss dafür zahlen, Depp!“ gelautet. Stattdessen hab‘ ich mir nur gedacht: „Naja… hat halt nicht geklappt, macht nix.“
Es fällt mir viel leichter, in meiner Mitte zu bleiben.
Ich bleibe in Situationen, die früher für mich Stress bedeutet haben, weil ruhiger und entspannter. Ich habe gelernt und effektiv erlebt, wie unglaublich sich das Atmen auf den Parasympathikus auswirkt, und das hat eine positive Aufwärtsspirale verursacht. Ich behaupte hier nicht, dass ich in jeder Situation die Ruhe in Person bleiben kann, doch ich rege mich nicht mehr annähernd so viel über Dinge auf, wie ich es früher gemacht habe.
Wenn ich beginne, eine Yoga-Einheit zu unterrichten, komme ich sofort an, sobald ich auf der Matte sitze und den ersten, bewusst tiefen Atemzug mache. Das betrachte ich fast schon als eine neu angeeignete „Superkraft“, die mir hilft, in nervenaufreibenden Situationen auf den Boden zu bleiben, egal ob ich auf einer Yogamatte sitze, oder nicht.
Ich weiss mittlerweile, dass ich von allen Menschen, die mir begegnen lernen kann.
Der Kontakt mit anderen Unterrichtenden, oder TeilnehmerInnen die Yoga-Kurse bei anderen LehrerInnen besucht haben, und deswegen ganz, ohne darüber nachzudenken andere Zugänge zu verschiedenen Positionen haben, hat mir gezeigt, dass es so viele Wege, Variationen, oder Möglichkeiten gibt. Nicht nur das, es hat mir auch gezeigt, wie schön es ist, mich von anderen inspirieren zu lassen.
Durch die vielen verschiedenen TeilnehmerInnen und KundInnen wird mein Wissen dadurch sogar vielschichtiger. Es gibt viele Wege und Zugänge im Yoga, ich bin offen geworden, neugieriger, und ich lasse mich gerne belehren und freue mich, wenn mir TeilnehmerInnen neues zeigen, oder mich auf neue Ideen bringen.
…und wie sieht es bei dir aus?
Wie lange betreibst du schon Yoga, betreibst du es regelmässig und was hat sich bei dir verändert?





