Positives Denken ist Gewohnheitssache!
Wer meine Yoga-Einheiten und meinen Zugang zum Yoga kennt weiß, dass man bei mir man an der falschen Adresse ist, um Chakren zu öffnen. Mein Hintergrund ist sportwissenschaftlicher Natur. Trotzdem sind mir auch andere Elemente neben den Asanas, also den Positionen, im Yoga wichtig: Meditationen, Atemübungen und Mantren stehen sehr oft auf dem Programm.
Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich mittlerweile jede Woche eine Affirmation teile, oder dass beim Shavasana hin und wieder Lieder mit Mantren laufen? Das hat einen Grund: Es gibt zahlreiche Studien darüber, wie Yoga wirkt. Aus den Studien geht hervor, dass kombinierte Yoga-Einheiten –neben den Asanas werden eben auch Meditationen oder andere Elemente aus dem traditionellen Yoga praktiziert – mehr Benefits bringen als lediglich Asanas allein.
Dass der Fokus auf den Asanas liegt, ist vermutlich ein Problem unseres schnellen Alltags, denn eine Stunde pro Woche Yoga zu praktizieren kann für viele bereits eine Herausforderung darstellen. So beschränken sich die meisten Yoga-Einheiten auf eine Stunde …und eine Stunde ist wirklich sehr schnell um. Gute Planung und das richtige Level an Intensität können hier optimal Abhilfe schaffe, um auch „nur“ 60 Minuten sinnvoll zu nutzen. (…wobei ich meine Einheiten in der Yoga Box immer öfters Einheiten ein wenig überziehe.)
Worum handelt es sich bei den Elementen neben den Asanas?
Atemübungen, Meditationen, Affirmationen und Mantren können bei Yoga-Einheiten gut angewendet werden.
Mantren:
…sind kurze, kraftvolle Worte oder Sätze, die immer wieder wiederholt werden – gesprochen, geflüstert oder innerlich rezitiert. Sie helfen, den Alltag loszulassen, sich zu sammeln und in einen Zustand von Präsenz, Ruhe und Verbundenheit zu kommen.
Mantren wirken auf mehreren Ebenen. Auf der psychologischen Ebene fokussiert die Wiederholung des gleichen Klanges den Geist: Statt sich in Grübeleien zu verlieren, richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein einziges Wort oder einen einzigen Satz. Das unterbricht negative Gedankenspiralen und schafft inneren Raum – ähnlich wie ein „Resett-Knopf“ für das Nervensystem. Gleichzeitig arbeiten Mantren mit der Kraft der Sprache und inneren Bilder: Positive Formulierungen stärken nach und nach das Selbstbild, fördern Vertrauen und können negative Glaubenssätze abschwächen, ein Prozess, der in der Psychologie mit Neuroplastizität und Autosuggestion erklärt wird.
Auch auf körperlicher Ebene lässt sich ihre Wirkung beschreiben. Beim Rezitieren verlangsamt sich der Atem, wird gleichmäßiger und tiefer, was den Parasympathikus – das „Ruhe- und Regenerationssystem“ – aktiviert. Herzfrequenz und Blutdruck können sinken, Muskelspannung lässt nach, und der Körper signalisiert Sicherheit statt Alarmzustand. Studien zu Mantra-Meditation und verwandten Praktiken zeigen, dass regelmäßige Anwendung Stresssymptome reduziert, die Herzfrequenzvariabilität verbessert und das allgemeine Wohlbefinden steigern kann. Viele Praktizierende beschreiben subjektiv mehr innere Ruhe, besseren Schlaf und mehr emotionale Stabilität.
Im Yoga-Kontext haben Mantren zudem eine spirituelle Dimension. Traditionelle Sanskrit-Mantren wie „Om“, „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ oder „So Ham“ werden seit Jahrhunderten genutzt, um das Bewusstsein vom Alltag hin zu etwas Größerem zu lenken – sei es das eigene höhere Selbst, eine göttliche Qualität oder ein Gefühl von Verbundenheit mit allen Wesen. Der Klang selbst – nicht nur die Bedeutung – spielt dabei eine Rolle: Die Vibration des „Om“ im Brustkorb, im Kopf oder im ganzen Körper kann als sehr beruhigend und zentrierend erlebt werden. Ganz allgemein lässt sich sagen: Mantren können sowohl als „heilige Klänge“ als auch ganz pragmatisch als Achtsamkeits-Tool verstanden werden.
Warum „funktionieren“ Mantren aus wissenschaftlicher Sicht?
Mehrere Mechanismen greifen ineinander: Die gleichförmige Wiederholung wirkt wie ein meditativer Rhythmus und bündelt Aufmerksamkeit (Fokus), die positive Botschaft verändert auf Dauer innere Dialoge (Affirmation), und der entspannte Atem reguliert das Nervensystem (Physiologie). Die Forschung zu Affirmationen und Mantra-Meditation deutet darauf hin, dass regelmäßige Praxis emotionale Resilienz, Emotionsregulation und subjektive Lebenszufriedenheit stärken kann. Übersetzt heißt das: Mantren sind nicht „magisch“ im esoterischen Sinn, sondern eine wirksame Kombination aus Klang, Aufmerksamkeit, Atmung und innerer Ausrichtung, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht.
…und was sind Affirmationen?
Affirmationen sind bewusst formulierte, positiv formulierte Sätze über dich selbst oder dein Leben, die du regelmäßig wiederholst, um dein Denken und Verhalten in eine gewünschte Richtung zu verändern. Typische Beispiele sind etwa „Ich bin gut, so wie ich bin“ oder „Ich schaffe das“.Sie werden bewusst gewählt und häufig wiederholt (gedacht, aufgeschrieben oder laut gesprochen), damit sie sich einprägen und verinnerlicht werden. Ziel ist, negative, entmutigende Gedankenmuster durch unterstützende, konstruktive Überzeugungen zu ersetzen und so das Selbstbild zu stärken.
Einfach gesagt: Eine Affirmation ist eine bewusste positive Bewertung einer Aussage über dich selbst oder deine Situation.
Warum Affirmationen funktionieren können:
Affirmationen sind keine Magie, sondern wirken über psychologische und neurobiologische Mechanismen:
Das Belohnungssystem ist involiviert: Studien zeigen, dass Affirmationen Hirnareale aktivieren, die mit Belohnung und Motivation zu tun haben, besonders wenn sie an persönliche Werte anknüpfen.
Ausserdem passt das Gehirn seine Verbindungen an wiederholte Erfahrungen und Gedanken an; regelmäßige positive Aussagen können neuronale Bahnen stärken, die mit Zuversicht und Selbstwert verknüpft sind. Das funktioniert aufgrund der Plastizität des Gehirnes. Du kannst dir das wie einen Dschungel vorstellen: Routen, oder eben neuronale Verbindungen die oft gehtst – in dem Fall oft wiederholte Handlungen, Bewegungen, oder der Umgang mit Situationen werden zu Trampelpfaden. Je oefter du einen solchen Trampelpfad benutzt, umso schneller wird er zu einem Weg, oder einer Strasse, und so veraendert sich dein Gehirn.
➡️ Dieser Effekt laesst sich uebrigens mit Journaling verstaerken, mehr darueber kannst du hier HIER lesen.
➡️ Ich gehe mittlerweile so weit Kontakte nicht mehr zu pflegen, oder komplett abzubrechen, sobald sie mir hauptsächlich negative Vibes bringen. Sogar Stunden in einem Fitness Studio habe ich abgegeben, weil ich nur noch mit schlechter Laune das Studio verlassen haben und keine Freude mehr an der Sache hatte.
Ich versuche negative Einflüsse in meinem Leben soweit wie nur möglich zu meiden, denn mit wem du dich umgibst, hat sehr großen Einfuss auf dich.
Wann wirken Affirmationen?
Affirmationen funktionieren besser, wenn du echten Willen zur Veränderung hast; ohne innere Bereitschaft bleiben sie leere Sätze. Die Affirmation muss glaubwürdig genug, und dar nicht völlig realitätsfern sein. Sie werden regelmäßig wiederholt und mit Gefühl, Aufmerksamkeit und passenden Handlungen verbunden, nicht nur mechanisch „heruntergeleiert“.
Affirmationen wirken kurz gesagt am besten als realistisch-positive Ausrichtung („Ich lerne, mit Herausforderungen gelassener umzugehen“) statt als Zwangs-Optimismus („Alles ist perfekt“, obwohl es sich völlig falsch anfühlt).
Was ist nun die Konklusio daraus? Je mehr positive Einflussfaktoren in deinem Leben und je positiver du dein Leben und dein Denken gestaltest, umso leichter fällt es dir auch, positiv zu denken, weil sich dein Gehirn anpasst.
In diesem kurzen Artikel vom Standard kannst du noch weiter über das Thema lesen. Und hier HIER findest du eine Playlist mit zum Thema passenden Liedern.
Viel Spaß damit!

